Nicole Glücklich

Erik Hauser ist Gymnasiallehrer, außerdem Herausgeber, Übersetzer und gelegentlich Autor von phantastischen Geschichten. Von 1997 bis 2009 gab er als Lehrbeauftragter der Uni Heidelberg unter anderem Kurse über Phantastik, Fantasy, Science Fiction, Kriminal- und Detektivliteratur. Seine Dissertation über den „Traum in der Phantastik“ ist beim EDFC erschienen. Zusammen mit Frank Rainer Scheck übersetzte er Nick Rennisons „unautorisierte“ Biographie von Sherlock Holmes, die 2007 bei Artemis und Winkler erschien und womöglich fiktiv sein könnte (Nick Rennison: Sherlock Holmes. Die unautorisierte Biographie).
Die in Alisha Biondas Anthologie „Der verwunschene Schädel“ erscheinende Sherlock-Holmes-Kurzgeschichte ist sein erstes Sherlock-Holmes-Pastiche.

1)   Erinnern Sie sich noch, wann Sie Sherlock Holmes zum ersten mal gelesen haben?

Das war irgendwann in den Sommerferien in Österreich – noch unter der Regierung Kohl, wenn ich mich recht erinnere. Ich war damals ca. 14 oder 15 Jahre alt, es handelte sich um einen zerfledderten grünen Band mit Geschichten des berühmten Meisterdetektivs, der wohl eher aus Versehen bei unseren Reisesachen gelandet war und den ich aus Mangel an anderem Lesefutter zur Hand nahm – ich mochte damals durchaus keine Detektivgeschichten, war überzeugter Science Fiction Fan und versprach mir nicht allzu viel von der Lektüre.

Welches Abenteuer war dies und was hat Ihnen damals besonders gut gefallen?

 Die Geschichte, an die ich mich erinnere, war „The Speckled Band“ (Das gefleckte Band) – und was mir besonders gefallen hat, war der phantastische Einschlag dieser Geschichte.

2) Lesen Sie heute noch Sherlock Holmes  Abenteuer?

 Ich habe den kompletten Sherlock Holmes später während meines Studiums der Anglistik im Original gelesen; und dann noch einmal vor ein paar Jahren, als ich zusammen mit Frank Rainer Scheck Nick Rennisons Biographie von Sherlock Holmes übersetzte (Nick Rennison: Sherlock Holmes. Die unautorisierte Biographie.  Artemis & Winkler, 2007).

3) Was verbinden Sie mit Sherlock Holmes und Dr. John H. Watson?

 Zwei schräge Vögel, die in ihrer Junggesellenbude hocken, nicht aufräumen und sich nicht ums Essen kümmern müssen (das erledigt ihre Mama, Mrs. Hudson) – und das Abenteuer kommt trotzdem zu ihnen (in Form eines Klienten), ohne dass sie auch nur einen Finger dazu rühren müssten!

4) 1887 erschien das erste Sherlock Holmes Abenteuer
Was denken Sie: Warum ist der berühmte Meisterdetektiv heute noch so populär?

In einer undurchsichtigen Zeit hat der Detektiv mit seiner messerscharfen Intelligenz den Durchblick: wer würde nicht gerne so intelligent sein, dass er die Gedanken seiner Mitmenschen beinahe telepathisch erahnt? – Außerdem spielen die Geschichten in der guten alten Viktorianischen Zeit, wo alles einen Tick langsamer und bedächtiger vonstatten geht, selbst das Unheimliche einen irgendwie ‚heimeligen’ Touch erhält, wenn der berühmte Detektiv seine Pfeife anzündet und ‚nachdenkt’.

5) Basil Rathbone, Jeremy Brett – aber auch Peter Cushing, Roger Moore, Hans Albers, Ian Richardson, Robert Downey Jr. und viele andere mehr. Welcher Schauspieler oder welche Verfilmung gefällt Ihnen besonders?

Eindeutig die BBC-Verfilmungen mit Jeremy Brett – zu schade, dass aufgrund von Erkrankung und Tod des Darstellers das ehrgeizige Projekt einer ‚Komplett-Verfilmung’ aller Kurzgeschichten und Romane am Ende gescheitert ist.

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