Nicole Glücklich

Autorin von "Die Büste der Primavera" und "Der Club des Höllenfeuers"Franziska Franke

in Leipzig geboren, hat nach ihrer Schulzeit, die sie in Essen, Schwetzingen und Wiesbaden verbrachte an den Universitäten von Mainz und Frankfurt Kunstgeschichte,  Klassische Archäologie und Kunstpädagogik studierte. Sie wohnt heute mit ihrem Mann in Mainz, wo sie freiberuflich in der Erwachsenenbildung tätig ist.

Im Jahr 2009 veröffentlichte Sie „Sherlock Holmes und die Büste der Primavera“, die im Jahr 2010 durch „Sherlock Holmes und der Club des Höllenfeuers“ fortgesetzt wird.

 1.)   Erinnern Sie sich noch, wann Sie Sherlock Holmes zum ersten Mal gelesen haben? Welches Abenteuer war dies und was hat Ihnen damals besonders gut gefallen?

 Ich war zwölf oder dreizehn Jahre alt, ich auf Holmes-Krimis stieß und ich glaube, es war der „Hund von Baskerville“, den ich zuerst gelesen habe. Danach verschlang ich jedenfalls in kürzester Zeit alles, was mir an Holmes-Geschichten in die Hände fiel.

Mir hatte es schon damals besonders das altmodische, englische Ambiente mit Gaslaternen, Mietdroschken, waberndem Nebel und knicksenden Zimmermädchen angetan; außerdem mochte ich die die witzigen Dialoge der beiden doch sehr gegensätzlichen Hauptfiguren.

 2.)   Lesen Sie heute noch Sherlock Holmes Abenteuer?

 Eigentlich habe ich schon seit einer Weile keine Holmes-Geschichte mehr gelesen, sondern mich eher an die Verfilmungen gehalten. Die Idee, den Roman „Sherlock Holmes und die Büste der Primavera“ zu schreiben, kam mir durch die Fernsehserie mit Jeremy Brett. Als Holmes im „Leeren Haus“ erklärte, er sei in Florenz gewesen, habe ich mich gefragt, womit er sich dort wohl beschäftigt haben könnte. Im Grunde genommen doch wohl nur mit einem Kriminalfall!   

 3.)   Was verbinden Sie mit Sherlock Holmes und Dr. John H. Watson?

 Ich verbinde mit ihnen vor allem das Viktorianische Zeitalter: Holmes ist ein spleeniger Gentleman, während Dr. Watson eher den Typ des guten Landarztes verkörpert. Wichtig ist vor allem die Chemie zwischen den beiden unterschiedlichen Charakteren.

Holmes ist schon deshalb dringend auf die Hilfe „seines Freundes und Kollegen“ angewiesen, weil dieser einen alten Armeerevolver besitzt. Auch wenn er dies abzustreiten versucht, so schmeichelt es Holmes, dass Dr. Watson seine Abenteuer für die Nachwelt aufzeichnet. Manchmal gewinnt man aber schon den Eindruck, dass der gute Doktor nur die dunkle Folie ist, auf dem das Feuerwerk der Holmeschen Deduktionen besonders hell erstrahlt.  

4.)   1887 erschien das erste Sherlock Holmes Abenteuer. Was denken Sie: Warum ist der berühmte Meisterdetektiv heute noch so populär?

 Conan Doyle hat den Prototyp des scharfsinnigen Ermittlers geschaffen, der bei seiner Arbeit forensische Methoden anwendet und damit seiner Zeit weit voraus war (wenngleich er im Hinblick auf Scharfsinn und Logikgebrauch einen Vorgänger in Gestalt des Auguste Dupin von Edgar Allen Poe hat).Trotzdem wird Conan Doyle heute eher mit einem nostalgischen Blick auf die „gute, alte Zeit“ gelesen.

Die Tatsache, dass Holmes noch heute einer der bekanntesten fiktionalen Charaktere überhaupt sein dürfte, ist auch nicht zuletzt durch seine charakteristische Erscheinung begründet: lange, hagere Gestalt, karierte Kleidungsstücke, Pfeife und Deerstalker. Einige diese Attribute sind zwar dem Illustrator des Strand-Magazins zuzuschreiben, aber jeder würde Holmes sofort erkennen, wenn er ihm in einer nebligen Londoner Seitenstraße begegnen würde. 

 5.)   Basil Rathbone, Jeremy Brett – aber auch Peter Cushing, Roger Moore, Hans Albers, Ian Richardson, Robert Downey Jr. und viele andere mehr. Welcher Schauspieler oder welche Verfilmung gefällt Ihnen besonders?

 Als Holmes-Interpret hat mir Jeremy Brett in den ersten beiden Staffeln der Granada-Fernsehserie am besten gefallen. Niemand vermag, die monomanische Ader und die nervöse Energie des Detektivs derart überzeugend wiederzugeben. Auch die beiden Dr. Watson-Darsteller der Serie (David Burke und Edward Hardwicke) sind nicht nur sympathisch, sondern versuchen auch ihre Rolle als ernstzunehmende Partner zu interpretieren. Schließlich kann Dr. Watson als Arzt und Afghanistan-Veteran gar nicht so unterbelichtet sein, wie ihn die meisten Verfilmungen zeigen. Auch Rathbone verkörpert Holmes recht gut, aber wie gesagt, Brett überzeugt mich am meisten.

Eine wahre Perle ist der Film „Young Sherlock Holmes“ (Regie Barry Levinson), der bei uns unter dem Titel „Das Geheimnis des verborgenen Tempels“ verkauft worden ist: vor allem die Erklärung wie Holmes zu seinen typischen Requisiten kommt, ist sehr amüsant.

Die Verfilmung von Guy Ritchie habe ich mir bewusst nicht angesehen, um mich nicht wider Willen davon beeinflussen zu lassen, denn damals habe ich noch an meinem zweiten Holmes-Roman geschrieben.

Franziska Franke liest am 5.11.2010 ab 19.30h im Café Mandala in Kirchheim-Bolanden aus ihrem Buch „Die Büste der Primavera“.

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