5 Fragen an… Wolfgang Kemmer

Nicole Glücklich

Wolfgang Kemmer, 1966 in Simmern/Hunsrück geboren, studierte Germanistik, Anglistik und Angloamerikanische Geschichte in Köln und arbeitete anschließend als Volontär, später als Lektor in einer Literatur-Agentur. Heute lebt er als freiberuflicher Autor und Redakteur mit seiner Familie in Augsburg.

Er ist Herausgeber der Jokers-Kurzkrimis im Internet (www.jokers-downloads.de) und Mitglied im “Syndikat”, der Vereinigung deutschsprachiger Krimi-Autoren.

 

Zu seinen Veröffentlichungen zählen unter anderem die Sherlock Holmes-Anthologie „Happy Birthday, Mr. Holmes!“.

 1.)   Erinnern Sie sich noch, wann Sie Sherlock Holmes zum ersten Mal gelesen haben? Welches Abenteuer war dies und was hat Ihnen damals besonders gut gefallen?

 Wann meine erste Begegnung mit Holmes stattgefunden hat, weiß ich nicht mehr genau, aber es war auf jeden Fall in einem Buch aus der Schulbücherei, keiner der Romane, sondern ein Sammelband. Ich war elf oder zwölf und fand die Geschichten ziemlich unheimlich. Das war damals für mich wohl auch der größte Reiz. Welches nun wirklich die allererste Geschichte war, die ich gelesen habe, kann ich nicht beschwören, aber ich glaube, es war „Das gefleckte Band“ oder „Die fünf Orangenkerne“. Von den Romanen habe ich jedenfalls „Das Tal der Furcht“ zuerst gelesen.

 2.)   Lesen Sie heute noch Sherlock Holmes Abenteuer?

Ja. Das Schreiben einer eigenen Holmes-Geschichte für die kleine Anthologie, die ich 2007 für Jokers herausgegeben habe, hat mich wieder auf den Geschmack gebracht. Ich hatte mir irgendwann mal eine preiswerte englische Gesamtausgabe zugelegt, die aber jahrelang nur in der hintersten Ecke des Bücherschranks herumlag. Zum Einarbeiten in den typischen Watson-Stil habe ich sie dann ausgegraben und eine ganze Reihe von Geschichten noch einmal oder teilweise sogar zum ersten Mal gelesen. Und seitdem nehme ich das Buch auch immer mal wieder zur Hand.

 3.)   Was verbinden Sie mit Sherlock Holmes und Dr. John H. Watson?

 Als Prototyp des Ermittlergespanns sind sie eine geniale literarische Schöpfung. Und auch wenn Edgar Allan Poe vielleicht ein bisschen vorgearbeitet hat, so gebührt Conan Doyle doch das Verdienst, diesem typischen Doppel aus Meisterdetektiv und assistierendem Freund und bewunderndem Chronisten so viel Leben eingehaucht zu haben, dass es unsterblich geworden ist und unzählige Nachfolger gefunden hat.

 4.)   1887 erschien das erste Sherlock Holmes Abenteuer. Was denken Sie: Warum ist der berühmte Meisterdetektiv heute noch so populär?

In den Holmes-Erzählungen und natürlich vor allem auch in der Heldenfigur verbinden sich rationale und romantische Elemente. Ich denke, der schmale Grat zwischen coolem Superhirn und bohemienhaftem Suchtbolzen, zwischen Genie und Wahnsinn, auf dem der Held wandelt, hat die Geschichten von Anfang an so faszinierend gemacht. Holmes´ Wiederauferstehung nach dem Sturz in die Reichenbachfälle treibt die Irrationalität, für die es am Ende doch immer wieder eine überraschende Erklärung gibt, dann endgültig auf die Spitze.

5.)   Basil Rathbone, Jeremy Brett – aber auch Peter Cushing, Roger Moore, Hans Albers, Ian Richardson, Robert Downey Jr. und viele andere mehr. Welcher Schauspieler oder welche Verfilmung gefällt Ihnen besonders?

 Wenn der Name Sherlock Holmes fällt, habe ich automatisch immer Basil Rathbone vor Augen. Warum kann ich nicht genau sagen. Vermutlich, weil ich ihn als ersten in dieser Rolle gesehen habe und er sie für meinen Geschmack auch wirklich sehr überzeugend ausfüllt.

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