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Allgemeine Zeitung – Rhein Main Presse, 01.10.2013 – mit freundlicher Genehmigung
Von Silvia Dott; Foto: (c) hbz/Jörg Henkel

LITERATURPREIS Sherlock-Holms-Gesellschaft zeichnet den Mainzer Autor Peter Jackob aus / Lesung in Rechtsmedizin

Eine Leiche im Rosenbeet, das nervöse Summen der „Sarkophaga canaria“ (der Fleischfliege), ein Rudel bellender Pointer-Hunde, eine stets dampfende Pfeife 207 und eine Lupe. Wie passt das zusammen? Ganz einfach: Es sind die Ingredienzien eines düsteren Sherlock-Holmes-Romans.
Und zwar der „Jagdgesellschaft von Billingshurst“ des Mainzer Schriftstellers Peter Jackob. Für seine ausgefeilten Romane um den Meisterdetektiv aus der Baker Street ehrte ihn die gleichnamige Gesellschaft am Mittwoch mit dem Blauen Karfunkel. Als Veranstaltungsort hatte der Gollenstein-Verlag sinnigerweise das Institut für Rechtsmedizin der Universitätsmedizin gewählt. Ein Ort, an dem man sich unter anderem mit Leichen und ungeklärten Todesfällen befasst.
„Die Rechtsmedizin liefert den Juristen Befunde in verständlicher Sprache, die diese zur Findung der Wahrheit brauchen“, erläuterte Institutsleiter Professor Reinhard Urban. Auf den Plan trat nun ein hochgewachsener, hagerer Mann in Cape und Deerstalker-Hut in Begleitung des sinistren Sir Mortimer und zweier viktorianischer Damen. Sherlock-Holmes höchst selbst, alias Olaf Maurer, seines Zeichens Vorsitzender der Sherlock-Holmes-Gesellschaft, überreichte den Karfunkel an Peter Jackob für seinen Roman „Das Geheimnis von Compton Lodge“. Der Preis wird alljährlich für das beste sherlokianische Buch vergeben.
Dabei sind die Anforderungen keine Geringen. „Der Erzählstil muss nah an den von Sir Arthur Conan Doyle herankommen“, sagte Maurer. Dass die Handlung spannend, verblüffend und die Auflösung raffiniert sein muss, versteht sich von selbst.
Die Deutsche Sherlock-Holmes-Gesellschaft blickt auf eine 20-jährige Geschichte zurück. Sie vereint Mitglieder aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und Luxemburg. Die Mitglieder besuchen in spät-viktorianischen Kostümen Veranstaltungen und außergewöhnliche Orte. Die Jahresreise führt traditionell zu den Reichenbach-Wasserfällen in der Schweiz, wo Holmes und sein Erzfeind Professor Moriarty angeblich in die Tiefe stürzten.
In Jackobs neuestem Roman spielt übrigens die so genannte forensische Entomologie eine entscheidende Rolle: also die Leichenbesiedlung durch Insekten…
Nach einer Lesung aus diesem Roman hatte das Publikum Gelegenheit, den Sektionsraum des Instituts unter fachkundiger Führung von Professor Urban zu besichtigen.

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