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Mir sind keine Synchronschauspieler bekannt, die so emsig an einer Hörspielreihe arbeiten wie Christian Rode und Peter Groeger unter der Regie von Gerd Naumann. Als jahrelangen „Fan“ schon der Maritim-Serie der Originale von Sir A. C. Doyle, haben sie mich längst „in der Tasche“: Wenn ich die Stimmen des Schauspiel-Paares höre, gehen mir Herz und Ohren auf. In Windeseile befinde ich mich in meinem persönlichen „Denkpalast“, in meiner imaginären Vorstellung der Bakerstreet.

Auch der Anfang des aktuellen Falls „Der siebte Monat“ lädt den geneigten Hörer schon zu Anfang in die Bakerstreet 221B ein.

Holmes ist ganz unerwartet (wieder) gut gelaunt: Als Grund gibt er eine Reise an, die Watson und ihm offenbar bevorsteht. Es gehe zur idyllischen Küstenstadt Hastings. Dr. Watson ist erstaunt, denn er hatte Holmes noch gar nichts von seinen Reiseplänen erzählt, zu denen er ihn einladen wollte. Der Detektiv deduziert am Frühstückstisch weiter: Watson habe dort vor an einem Kongress teilzunehmen, der Sigmund Freuds Theorien zur „Hysterie“ zum Inhalt hätte. Ganz nebenbei, so gibt Holmes an, könne er, während er Watson begleitet, noch den „Fall“ von dem Geist untersuchen, der anscheinend in dem Hotel umginge, in welchem sie absteigen würden. So in der Times erwähnt. Natürlich behält Holmes mit seinen Schlußfolgerungen Recht und als sie in dem besagten Hotel eintreffen, gestaltet sich der zu lösende Fall ganz anders als erwartet. Plötzlich geht es um ein Gedicht, einen Schatz und den Titel gebenden siebten Monat.

Dieser wundervolle Hörspiel-Streich wurde bereits im Juli 2014 aufgenommen, kann man im Inlay lesen. Der Komponist Stephan Eicke arrangierte hierfür einen stimmungsvollen Soundtrack, gesungen von Katie Morgan. Das gelungene Drehbuch stammt von Eric Niemann. Die Sprecher sind alle wieder in Bestform, alles Profis. Last but not least möchte ich auch die hübsche Titelillustration von Lidia Beleninova erwähnen, die die Reihe schon länger auszeichnen.

Mir gefiel, dass es sich dieses Mal – im Gegensatz zu den „siebzehn Salutschüßen“ – um einen weniger blutigen bzw. brutalen Fall handelt, der mit einer Handvoll unerwarteter Wendungen aufwartet.

Schön wäre es freilich, wenn wieder einmal ein 2CD-Fall auf das beliebte Sprecher-Duo und somit den Hörer zukäme.

Fazit: Empfehlenswertes, professionelles Hörspiel, dass nicht nur im siebten Monat gut gehört werden kann.

(c) Rezension von Matthias Wieprecht


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