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Sherlock Holmes goes Mystic: In „Sherlock Holmes und die Loge der Wiederkehr“ der Dortmunder Autorin Desirée Hoese geht es in das viktorianische England der 1880er-Jahre. Ein anonymer Brief bringt Sherlock Holmes auf die Spur eines lange zurückliegenden mysteriösen Doppelmordes: Der angesehene Kaufmann und Altertumsforscher Edward Bellingham scheint in kriminelle Machenschaften verwickelt zu sein, in deren Mittelpunkt ein geheimnisvoller Kult steht. Holmes und Doktor Watson stoßen bald an die Grenzen ihrer Vorstellungskraft: Besitzt Bellingham die Macht, Tote wiederauferstehen zu lassen? Zeugen sterben unter unerklärlichen Umständen. Und auch der Meisterdetektiv und sein Boswell geraten in ernste Gefahr…

Etwas ungewöhnlich für Holmes-Pastiches ist die Handlungszeit: Der Roman spielt zwei Jahre nach „Die Studie in Scharlachrot“, dem ersten Doyle-Roman mit Holmes und Watson. Ein Großteil der Autoren wählt lieber die Zeit um 1895, in der sich Holmes laut Watson (oder Doyle) auf dem Höhepunkt seiner Karriere befand, oder befasst sich gleich mit den Ereignissen um den Reichenbachfall 1891. Der Detektiv hat sich in Desirée Hoeses Roman zwar schon einen Namen gemacht, ist aber noch nicht so berühmt wie in vielen anderen Werken. Die Geschichte lässt den Leser über den Großteil des Falls im Unklaren darüber, über welche Fähigkeiten Bellingham wirklich verfügt. Zudem schafft es Desirée Hoese, viele falsche Fährten zu legen. Altorientalische Sprachen, Spiritismus und Mumien spielen dabei eine große Rolle. Es gelingt der Autorin, den Ton der Originalgeschichten zu treffen, ohne bloß abzuschreiben.

Der Roman beruht zum Teil auf der Kurzgeschichte „Die Mumie“, ebenfalls von Doyle. „Der Inhalt dieser Geschichte war aber für mich nur die Grundlage der Ereignisse um den lange zurück liegenden Mord. Doyles schnelles Ende fand ich immer schade“, verrät die Autorin. „Mich fasziniert, dass Doyle neben dem analytischen Holmes auch einen Hang zum Übernatürlichen hatte.“ Auch literarische Anspielungen macht sie: „Die Figur Howard ist nach Howard Phillips Lovecraft (meist H. P. Lovecraft), einem meiner Lieblingsautoren, benannt.“

An der spannend geschriebenen Story hat Desirée Hose etwa ein dreiviertel Jahr gearbeitet. Die Autorin hat sich schon des Öfteren intensiv mit den Figuren von Arthur Conan Doyle beschäftigt: Bereits 2012 erschien ihre Kurzgeschichte „Eine Studie in Blut“ in „Sherlock Holmes und das Druidengrab“. Im gleichen Jahr wurde „Das Rätsel des Rad fahrenden Affen“ in „Sherlock Holmes und die Tochter des Henkers“ veröffentlicht. In der gemeinsam mit ihrem Mann Frank verfassten Geschichte klären Holmes und Watson mehrere Diebstähle auf.

Das 220 Seiten starke Buch „Sherlock Holmes und die Loge der Wiederkehr“ ist im Fabylon Verlag in der Reihe „Meisterdetektive“ erschienen, ISBN 978-3-927071-68-1, und kostet 14,90 Euro.

(c) Rezension von Tobias Weskamp

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One Comment

  1. Februar 13, 2016 at 11:14 am

    […] Zur Rezension […]

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