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aus Fuldaer Zeitung, 08.06.2013 – mit freundlicher Genehmigung
von Kathrin Noll; Foto (c) Kathrin Noll

Krimi-Autorin Franziska Franke im Brüder-Grimm-Haus

Ein mysteriöser Mord im Teehaus, ein geheimnisvoller Zettel, ein neuer Fall für Meisterdetektiv Sherlock Holmes – Krimi-Autorin Franziska Franke stellte am Mittwochabend erstmals ihre Erzählung „Dornröschenschlaf“ einem interessiertem Publikum in Steinau vor. 

Nicht nur eine Lesung, sondern eine „Uraufführung“ kündigte Museumsleiter Burkhard Kling im historischen Remisenkeller des Brüder-Grimm-Hauses an.  Und gleich eine dreifache Premiere: Erstmals hat Franziska Franke mit „Dornröschenschlaf“ eine kurze Sherlock-Holmes-Erzählung vorgelegt, erstmals tritt – wie bei Arthur Conan Doyle – Dr. Watson als Chronist auf, und zum ersten Mal spielt die Handlung in England, genauer: in London.

Ihre vier historischen Kriminalromane um den schillernden Meisterdetektiv beleuchten die unbekannte Zeit seines Lebens nach seinem Sturz an den Schweizer Reichenbachfällen und seinem spektakulären Verschwinden. Die Leser finden ihn in Florenz wieder, in Venedig, in Südfrankreich und Belgien; an seiner Seite: der englische Buchhändler David Tristram.

Wie in fast allen Büchern der in Mainz lebenden Kunsthistorikerin spielt auch in Holmes neuem Fall ein Kunstwerk eine entscheidende Rolle – diesmal ein zeitgenössisches Gemälde von Edward Burne-Jones mit einer Szene aus dem Grimm-Märchen „Dornröschen“. Und das stand während der Lesung zur Illustration neben Franke, natürlich nicht im Original und in kleinerem Format.
Die stark erkältete Autorin trug ihren Text – 16 dichtbedruckte Din-A4-Seiten – mit Hustenblocker und einigen kleinen Streichungen vor. In ihrer Erzählung, die eigens zum Grimm-Jahr entstanden ist, müssen Holmes und Watson 1890 einen rätselhaften Mord in einem Teepavillon aufklären. Ihre zunächst einzigen Anhaltspunkte: ein Brieföffner des Diogenes-Clubs als Mordwaffe und ein geheimnisvoller Zettel mit dem Wort „Dornröschen“ und den Namen alter italienischer Meister. Die Auflösung soll an dieser Stelle natürlich nicht verraten werden.

Anschließend stand Franke dem Publikum Rede und Antwort. „Ich bin sehr pedantisch“, gestand sie. „Drei Viertel meiner Arbeit besteht aus Recherche.“ Denn auf historische Details wie die Bekleidung der Leute zur damaligen Zeit oder die korrekte Beschreibung der Handlungsorte lege sie großen Wert. Ob sie zu Recherchezwecken schon einmal an einen der Schauplätze gereist sei, wollte eine Zuhörerin wissen. „Es treibt mich eher in die Stadtbücherei, zu den historischen Fotobänden“, meinte Franke schmunzelnd.

Übrigens wird „Dornröschenschlaf“ im September in der von Klaus-Peter Walter herausgegebenen Anthologie „Sherlock Holmes und die Drachenlady“ im Blitz-Verlag erscheinen. Und auch einen neuen „Holmes“ hat Franke bereits fertig, ihr fünfter. Darin wird sich der Meisterdetektiv auf die Jagd nach einem Monster in der Eifel begeben. Hört sich fantastisch an, hat aber durchaus einen kulturgeschichtlichen Hintergrund.

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