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Gerade ist Philip José Farmers Holmes-Pastiche „The Adventure of the Peerless Peer“ als  „Sherlock Holmes und die Legende von Greystoke“ beim Atlantis Verlag erstmals auf Deutsch erscheinen. Ein Werkstattbericht.

von Christian Endres

Seit einigen Jahren bin ich Guido Latz und seinem Atlantis Verlag jetzt schon freundschaftlich verbunden – auch über die Veröffentlichung meiner eigenen Bücher wie „Sherlock Holmes und das Uhrwerk des Todes“ oder „Die Zombies von Oz“ hinaus (die im Übrigen beide dem Crossover-Gedanken frönen und definitiv von Philip José Farmers Werk inspiriert worden sind). Regelmäßig sprechen wir z. B. über Titel, die für eine Veröffentlichung bei Atlantis interessant wären. Nicht jeder englischsprachige Titel, der kurzzeitig in den Fokus gerät und von uns diskutiert wird, schafft es auch bis zu einer Anfrage bei Autoren oder Agenten. Dennoch, immer wieder findet sich die eine oder andere Perle aus den fantastischen Genres und Subgenres, die für einen Programmplatz bei Atlantis geeignet wäre, egal ob alt oder neu, egal ob Erst- oder Wiederveröffentlichung.

Als ich im Juni 2011 so etwa „The Adventure of the Peerless Peer“ in der englischsprachigen Taschenbuchneuausgabe innerhalb der „The Further Adventures of Sherlock Holmes“-Reihe bei Titan gelesen hatte, war mir wieder einmal schnell klar: Das ist ein Buch für Atlantis! Weil der Roman von Fantastik-Altmeister Philip José Farmer geschrieben worden ist, einem der ganz Großen des Genres – und weil der Roman Farmers Liebe für Tarzan, Sherlock Holmes, die Helden aus den legendären amerikanischen Groschenheften sowie den Crossover-Gedanken hinter Farmers faszinierendem Wold Newton Universum auf furiose Weise miteinander verbindet. Ein solch ironischer, augenzwinkernder, charmanter Holmes-Pastiche, der zu jeder Zeit durch und durch Farmer ist und sich obendrein an die Spielregeln des Wold Newton Universums hält, musste einfach auch in Deutschland veröffentlicht werden! Für alle Fans von Holmes und Watson. Für alle Fans von Tarzan. Für alle Fans des Wold Newton Universums, das mehr als nur ein paar Lebensläufe kombiniert. Und für alle Fans von Philip José Farmer.

Nachdem feststand, dass wir den Roman bringen wollten, ging es relativ zügig, Internet sei dank: Vor einigen Jahren schrieb ich einen längeren Artikel über das WNU, für den ich mitunter Win Scott Eckert interviewt habe. Seither habe ich Kontakt zu Win, der seit Langem als „Verwalter“ von Farmers Helden-Kosmos zwischen Biografien und Bibliografien fungiert – ein echter Experte. Darüber hinaus hatte Win für die englische Neuausgabe von „The Adventure of the Peerless Peer“ auch noch das Nachwort geschrieben. Wir mailten in der Folge ein paar Mal hin und her, und Win brachte mich in den nächsten Tagen mit dem Agenten für Farmers Nachlass zusammen. Wenige Wochen später gingen die unterschriebenen Verträge über den großen Teich, war die Sache in trockenen Tüchern, die Veröffentlichung dieses kleinen, aber sehr feinen Romans als limitiertes Hardcover, Paperback und E-Book auf Deutsch bei Atlantis offiziell.

Inzwischen ist der Roman in der Übertragung von Ben Sonntag auf Deutsch erschienen, mit einem sensationellen Titelbild von Mark Freier, einem Vorwort aus meiner Feder und Wins übersetztem Nachwort.

Was den Leser erwartet?

Farmer hat zwischen seiner Flusswelt und all den fremden Planeten viele unvergessliche Romane aus den fantastischen Gefilden geschrieben und der Science Fiction überdies die Hemmungen genommen und sie Lust und Leidenschaft gelehrt. Mit „The Adventure of the Peerless Peer“ bzw. „Sherlock Holmes und die Legende von Greystoke“, das in seinem umfangreichen Schaffen beinahe ein wenig untergeht, hat Farmer allerdings fraglos einen seiner persönlichsten und herzlichsten Romane verfasst. Einen Roman über die großen Helden seiner Jugend – über die Recken der unvergesslichen Pulp Magazine, über den unsterblichen Dschungelfürsten, der 2012 seinen 100. Geburtstag feierte, und natürlich über das ewig kongeniale viktorianische Freundes- und Ermittler-Duo Holmes und Watson.

Allesamt ikonische Helden, die bis heute nichts von ihrer Faszination und Vitalität verloren haben, und zudem Helden, die eine Portion guten Humor durchaus vertragen können, wie Philip José Farmers Holmes-Kleinod „Sherlock Holmes und die Legende von Greystoke“ wunderbar beweist.

www.atlantis-verlag.de
www.christianendres.de

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2 Comments

  1. August 22, 2013 at 12:38 pm

    […] vor einer ganzen Weile habe ich einen kleinen Werkstattbericht zu Sherlock Holmes und die Legende von Greystoke geschrieben – einen kurzen Blick hinter die […]

  2. August 29, 2013 at 10:34 am

    […] Ein von Christian Endres verfasster Werkstattbericht zu Philip José Farmers “Sherlock Holmes und die Legende von Greystoke” ist vor Kruzem auf der Website der Deutschen Sherlock Holmes Gesellschaft online gegangen, und zwar hier. […]

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